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Acrofliegen – Energie und Präzision



Mitte Oktober ‘23 hat in Malcesine am schönen Lago di Garda der alljährliche Never Ending Summer stattgefunden – das Jahresabschluss Festival des örtlichen Gleitschirmclubs. Da der Monte Baldo eines der beliebtesten Fluggebiete für die Disziplin des Acrofliegens ist, hat es dort natürlich nur so gewimmelt vor Acropiloten. Auch ich bin dort dieses Jahr noch ein bisschen tiefer in die Acroszene eingetaucht und möchte dir erzählen, was es mit dem Acrofliegen so auf sich hat.


Tänzer der Lüfte


Jeder, der mal einem Acropiloten zugesehen hat, wird das, was er gesehen hat, wohl mit diesem einen Wort am besten beschreiben können: spektakulär! Von außen sieht Acrofliegen in der Tat spektakulär aus. Alles passiert sehr schnell, der Schirm wirbelt in alle Richtungen und die Energie ist nahezu spürbar. Das wirkt wahnsinnig wild. Der Reiz Acro zu fliegen kommt für Piloten tatsächlich aber oft wo ganz anderer. Sicher gibt es einige Piloten, die sich mittels der Publikumswirksamkeit ihr Bedürfnis nach Anerkennung befriedigen wollen, aber der viel viel größere, nachhaltigere und befriedigendere Anreiz ist die ständige Herausforderung zu lernen, sich weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Acrofliegen ist nämlich eine komplexe Angelegenheit, bei der vieles zusammen spielt. Physikalisches Verständnis, Feingefühl, Auge – Hand – Schirm – Koordination und Rythmusgefühl tragen gemeinsam zur für diesen Sport unabdinglichen Präzision bei. Wegen dieser Präzision komme ich fast nicht um den Vergleich zwischen Acrofliegen und einem Geduldspiel oder einem Tanz herum. Diese Dinge haben alle gemeinsam: Ein genaues Timing im Rahmen der physikalischen Gesetze.

Um dieses Timing zu erlernen und zu verbessern, gehört ein strategisch geschickter Lernprozess. Die Motivationen hin zum Acrofliegen und da hin diesen Lernprozess zu starten, sind unterschiedlich. Einige möchten eben das spektakuläre nachahmen, andere rutschen in die Acro Community, bevor sie selbst Acrofliegen. Manche fasziniert die Energie der Naturgewalten und einige (darunter auch ich) erhoffen sich durch das wachsende Schirmgefühl die Sicherheit und Fähigkeiten beim Gleitschirmfliegen allgemein zu erhöhen. Die Folge einer präzisen Schirmkontrolle, auch beim Soaren oder Streckenfliegen, ist für mich der sicherheitstechnisch größte Vorteil vom Acrofliegen. Die Realität ist aber oft, dass die Leute dann beim Acrofliegen hängen bleiben.

Der Ursprung, der erste Schritt und der Einstieg in den Lernprozess des Acrofliegens wird am ehesten von dem Event markiert, das eben für mehr Sicherheit da ist, von dem sich jeder Pilot mehr Schirmkontrolle erhofft und in dem die meisten die ersten „Acromaneuver“ erlernen: ein Sicherheitstraining.


Der Schirm fliegt beim Acrofliegen nicht
immer über dem Piloten mit

Aller Anfang startet früh und für jeden Piloten


Aber was sind den Acromanöver, wenn jeder so einfach schon einmal ein Acromanöver gemacht haben könnte? Der DHV hat für das etwas erzwungene Acroverbot in Deutschland definiert, dass ein Manöver als Acromanöver zählt, sobald der Pilot über dem Schirm ist, und zwar 135° über der Hochachse. In Wirklichkeit ist Acrofliegen aber der Stil des Fliegens. Marcus Benedict beschreibt es im Podcast Luglidz mit Lucian Haas so, dass mit feinem Schirmgespür ausgeführt Manöver - eine ausgeflarete Landung oder ein Stabitouch am Hang - bereits zum Acrofliegen dazugehören. Hier ist nämlich ein wichtiger Teil des Acrofliegens zentral. Das spielen mit der Energie.


Der Stall


Ein Manöver, das die meisten Beobachter schon als Acromanöver definieren würden, ist der Wingover. Dieses war eines der ersten Manöver, das ich gelernt hatte, und das vermutlich die meisten Piloten als erstes lernen. Das eine Manöver, das aber mir im Sicherheitstraining den Kick-off in Richtung mehr Acromanöver gegeben hat, war der Stall. Stall heißt Strömungsabriss und umfasst alle Flugzustände, bei denen das Schirmprofil nicht von vorne angeströmt wird. Der Stall ist die Basis für alle weiteren Acromanöver.



Stallform Flyback


Der Flyback ist eine Form des Stalls, die besonders stabil ist. Dabei ist der Schirm noch mit Luft gefüllt, wird von hinten angeströmt und bleibt größtenteils offen. Er ist die Grundvoraussetzung für das Fliegen von allen Manövern, in denen der Schirm negativ dreht und einigen weiteren. Der Resetknopf, falls etwas schiefgeht, die Safe-zone, in der der Schirm nicht fliegt und die Energie nicht in Geschwindigkeit umsetzt. Manöver, die man gerade neu erlernt, werden sicherheitshalber im Flyback ausgeleitet und der Schirm wird „wieder“ unter Kontrolle gebracht.


Flyback - die Ohren gucken nach vorne, der Schirm fliegt rückwärst

Stallform Sackflug


Andere Formen sind der Fullstall, bei dem der Schirm komplett entleert ist, und der Sackflug. Ersterer wird eigentlich nur um der Erfahrung Willen im Sicherheitstraining mal geflogen. Bei grossen Verhängern nach Klapper beispielsweise ist er unter Umständen die letzte Chance den Schirm wieder zu öffnen. Sonst wird er nicht absichtlich geflogen. Der Sackflug hingegen ist der Ausgangszustand für einige Negativmanöver (heißt: wo mindestens eine Schirmhälfte rückwärts fliegt). Ohne Sackflug kein Heli. Und je besser dieser beherrscht wird, desto leichter fallen die Negativmanöver und später Verbindungen von Manövern. Daher war der Sackflug das zweite Manöver, das ich erlernt habe und auch jetzt immer wieder trainiere. Bei diesem sehr instabilen Stallzustand versucht der Schirm bzw. jede Schirmhälfte immer in eine Richtung – vorwärts oder rückwärts – anzufahren. Das liegt daran, dass der Schirm dabei genau von unten angeströmt wird. Die Schwierigkeit und Aufgabe hier besteht darin, dem Anfahren mit minimalen Steuerbewegungen entgegenzuwirken und so den Schirm ohne Drehung im Sackflug zu halten und zu spüren, wo die Energie hinwill. Später wird das Anfahren bewusst gesteuert und genutzt um das jeweilige Negativmanöver zu fliegen.


Das Untersegel liegt im Sackflug in Falten

Die schönen Seiten des Acrokults


Bevor ich mich nun in lange Erklärungen von Manövern verliere, möchte ich zurückkommen auf die Reize und die weniger technischen Seiten des Acrofliegens. Wie bereits erwähnt, ist der kontinuierliche, scheinbar nie endende Lernprozess ein wichtiger Reiz. Mir ist durch das Acrofliegen wieder einmal aufgefallen, dass es darum im Leben allgemein geht und gehen sollte – bei so vielen Dingen…vermutlich bei fast allem. So gesehen ist das eine regelrechte Lebensweisheit. Diesen Lernprozess zu leben und zu genießen hat tolle Nebeneffekte, die wiederum einen riesigen Teil des Acrolifestyles selbst ausmachen, allen voran zum Beispiel die Community. Durch das Fachsimpeln über Manöver mit anderen Piloten entsteht beim Acrofliegen eine Gemeinschaft, wie bei keiner anderen Disziplin im Gleitschirmsport. Diese Gemeinschaft nährt sich durch die pure Freude am Fliegen und wird dadurch befeuert, dass wir durch den Austausch untereinander am besten enorme Fortschritte im Lernprozess machen, bzw. immer wieder Erkenntnisse erlangen. Dafür wird eine Offenheit für Kritik, eine realistische Selbstwahrnehmung und die Kommunikation trainiert – man könnte also auch sagen, Acro ist eine Lebensschule.


Der Lernprozess


Wie ich bereits bemerkt habe macht das Acrofliegen es unumgänglich, einen strategisch sinnvoll aufgebauten Lernprozess zu befolgen. Ich selbst habe bei mir und auch bei anderen Acropiloten beobachtet, dass beim Lernen, wenn das Ziel Erfolg und Können ist…


  • Keine Schritte übersprungen werden können und dürfen

  • Eine fixe Abfolge eingehalten werden muss/sollte (z.B. Stall-Flyback-Sackflug-Heli-Misty...)

  • Eine gute Vorbereitung Gold wert ist

  • Man den Ist-Zustand und den Soll-Zustand gut kennen muss

  • Auch alle anderen Outcomes, v.a. bei Fehlern idealerweise schon vor dem ersten Versuch bekannt sein sollten

  • Der Prozess mal besser, mal weniger schnell vorangeht

  • Höhen und Tiefen akzeptiert werden müssen (man kann nichts erzwingen)

  • Jeder an SEINEM individuellen Punkt im Lernprozess steht und seine eigene Geschwindigkeit hat

  • Ein gut ausgewählter Mentor enorm viel hilft

  • Äußere Einflüsse eine große Rolle spielen (der Rahmen, das Equipment und die Sicherheit müssen passen)

  • Ein guter psychischer Zustand nicht nur nice-to-have sondern eine Grundvoraussetzung ist

  • Das Verständnis für die Abläufe (innerhalb der Manöver z.B.) zwingend nötig ist

  • Pausen für den Lerneffekt hilfreich sind

  • Viel Input nicht immer viel Ergebnis bedeutet

  • Die Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen ein regelrechter Booster ist

  • Eine gute Dokumentation und Analyse unbedingt ein Teil des Prozesses sein müssen (Kamera auf dem Bein)

Hier könnte ich mich auch verlieren. Wichtig zu erwähnen, finde ich aber noch, dass der Lernprozess speziell beim Acrofliegen nicht linear, sondern sogar eher exponentiell ist...zumindest zwischendurch. So wird mit der Zeit…


  • Zuerst die Wahrnehmung besser, wodurch man weiß, was überhaupt passiert

  • Dann die Wahrnehmung so gut wird, dass alles langsamer wirkt und man im Manöver reagieren kann

  • Irgendwann die Manöver so gut funktionieren, dass eines ans andere gehängt werden kann und die Flughöhe besser genutzt wird (mehr Manöver pro Flug, höhere Übungsintensität)

  • Nur durch Visualisieren noch am Boden ein großer Teil des Manövers erlernt werden kann

Es ist fast so, als könnte man sich immer wieder neue Hacks, Upgrades oder Level freischalten. Und der Weg dorthin? Übung, Übung, Übung und Fortschritt in kleinen Schritten

Und das sollte nicht schwer fallen, denn regelmäßig Fliegen zu gehen, bedeutet auch öfter dem Alltag zu entfliehen. Abtauchen in eine andere Welt, zusammen mit Gleichgesinnten, draußen sein, Sonne, frische Luft, gute Aussicht...das Acrofliegen hat nur Vorteile! Oder…?


Schöne Aussichten vor den Manövern

Kein Licht ohne Schatten


So, wie Acrofliegen spektakulär aussieht, wirkt es doch irgendwie auch...gefährlich? Das lässt sich schwer leugnen. Es ist ein ständiges Spiel mit dem Feuer, einen Schirm, der ohnehin keine passive Sicherheit hat, dauernd in einem instabilen Zustand zu halten oder absichtlich stark zu beschleunigen. Da kann es bei einem Fehler doch sehr schnell mal dazu kommen, dass der Schirm einklappt oder bei einem schief gegangenen Manöver mit Stallbewegung der Pilot eingetwistet (verdreht) unter seinem Schirm endet. In beiden Fällen bedeutet das vor allem bei einem Acroschirm einen Kontrollverlust und einen sehr schnell Höhenverlust. Also schon gefährlich. Aaaaber: das Problem ist ja nicht besonders überraschen, und deshalb hat sich die Acroszene da schon länger gute Sicherheitskonzepte überlegt.


Wo Acropiloten in den Ring steigen


Der logischste Schritt beim erlernen und fliegen von Acromanövern, ist viel Höhe über Grund, damit im Notfall möglichst viel Zeit bleibt, um zu reagieren. Der Grund, über welchem die Manöver geflogen werden, sollte für den Fall eines unkontrollierten Retterabgangs möglichst frei sein von Stromleitungen, Häusern, Straßen, Flüssen und eben allem, was man nicht untersich haben will, wenn man am Retter runterkommt. Dieser optimale Bereich nennt sich “Acrobox”. Idealerweise sind die Boxen zum Lernen über einem See, auf dem ein Rettungsboot schwimmt.


Acrospots haben:


  • Viel Höhe über Grund (idealerweise über einem See mit einem Rettungsboot drauf)

  • Möglichst wenige Hindernisse am Boden (Häuser, Leitungen, Straßen und Flüsse)

  • Eine Seilbahn (weil irgendwie muss man ja auch schnell wieder hockommen)

Die Rüstung beim dressieren des Acrobiests


In einer normalen Gleitschirmausrüstung ist der Retter nur die Notfallausrüstung. Das ganze System ist so ausgelegt, dass im äußersten Notfall, der nicht vorkommen soll, das gröbste verhindert wird. Beim Acrofliegen ist das anders. Acrogurtzeuge sind zum einen auf eine gute Steuerbarkeit im Flug ausgelegt, zum anderen eben auf möglichst viel Schutz. Sie haben viele und massive Protektoren rundum, dafür wird nicht auf’s Gewicht geachtet. Im Acro wird mit zwei Rettern geflogen, falls sich ein Retter im Schirm verfängt. Als Hauptretter wird in einem vernünftigen Set-up in der Regel ein steuerbarer, ein sogenannter Rogalo-Retter verwendet. Damit dieser dann auch vernünftig gesteuert werden kann, sind Quick-out Karabiner sinnvoll, um den störenden Acroschirm zu lösen. Damit kann nach einem Retterwurf dann nicht nur Hindernissen in der Box ausgewichen werden, sondern oft erreichen die Piloten dann sogar noch den Landeplatz. Damit bleiben sie beim Training über dem See beispielsweise trotz Retterabgang trocken. Und falls nicht, kommt über dem See ein weiterer wichtiger Gegenstand zum Einsatz: die Schwimmweste. Diese ist die Lebensversicherung, wenn das Acrogurtzeug zuerst aufschwimmt und den Piloten mit dem Gesicht nach unten zu drehen versucht bevor es sich anschließend voll Wasser saugt.


Die Ausrüstung besteht aus


  • Acrogurtzeug mit guten Protektoren

  • Acroschirm

  • Quick-out Karabiner

  • Steuerbarem Hauptretter

  • Zweitem Retter

  • Über dem See Schwimmweste

Acrogurtzeuge sind im Vergleich eher massiv
Retter trocknen nach der Schwimmrunde im See

Fliegen ist immer noch Kopfsache


Diese Faktoren und Gadgets senken das Risiko nun schon deutlich. Kombiniert mit einen vernünftigen Höhenmanagement wird das Acrofliegen zu einer der weniger gefährlichen Disziplinen im Gleitschirmsport. Und doch fliegt bei vielen Piloten im Kopf weiter die Angst mit. Genauso wie im Streckenfliegen ist Acro sehr stark ein Mental Game - es ist Kopfsache. Hier kann viel gelernt werden - allem voran beim Thema Risikomanagement. Das zu lernen passiert zum einen durch die Erzählungen und Warnungen anderer Piloten und zum anderen durch schmerzliche Erfahrungen. Einfach ist das Thema die Wahl der Box und das Vorhalten gegen den Talwind, um bei einem Retterabgang in der Box zu landen. Etwas komplexer wird es da schon beim Höhenmanagement. Beim Höhenmanagement geht es ganz einfach darum keine “gefährlichen” Manöver mehr zu machen, sobald der Boden so nahe ist, dass die Zeit nach einem Zwischenfall den Retter zu öffnen zu wenig wird. Was “zu wenig Zeit” bedeutet, liegt ein bisschen im eigenen Ermessen des Piloten. Sinnvoll ist logischerweise, mit dem Manöver zu beginnen, also am meisten Höhe zu haben, das noch am wenigsten sicher beherrscht wird und nach unten hin immer besser sitzende Manöver zu machen. Viele Piloten fliegen unter etwa 200 Meter Höhe, beispielsweise keine Manöver mehr, die einen Strömungsabriss beinhalten. In dieser Höhe gibt es bei einem Fuck-up eigentlich nur noch eine Reaktion: Retter raus! Im Umkehrschluss heißt das für mehr Höhe bei einem Fuck-up, dass es noch mehr Optionen gibt. Wie weiter oben bereits erwähnt, ist der Flyback das Reset-Manöver. D.h. wenn etwas schief geht, dann erstmal in den Flyback ziehen und probieren die Situation zu reparieren. Klingt einfach, ist es aber tatsächlich nicht.

Ich selbst musste bei dem Thema Höhe und Fuck-up reparieren im Dezember (2 Monate nach Beginn meines Acro-deep-dives) eine Lektion auf die harte Tour lernen. Nach einem vermeindlich kleinen Fehler nach dem ersten Manöver, also in voller Höhe, bin ich in eine Kaskade geraten, weil ich meinen Fuck-up Drill (erst Flyback, dann reparieren) nicht durchgezogen hatte. Wegen meiner vermeintlich großen Höhe habe ich lange versucht, die Situation zu reparieren. Erfolgreich. Zum Glück. Ich hab zwar einiges richtig gemacht, allerdings war das Glück ein maßgeblicher Faktor, warum das gut gegangen ist. Meine Höhe war komplett aufgebraucht. Die Höhe über Grund war zwar nicht hoch, aber trotzdem habe ich dadurch nur gelernt, bei jedem späteren Manöver hätte die Höhe nicht mehr gereicht und ich hätte den Retter ziehen müssen. Aber hätte ich das noch gemacht? Ich war sehr darauf fokussiert die Situation zu retten...ich weiß es nicht. Und damit habe ich wohl die für mich bisher größte Schattenseite des Acrofliegens kennengelernt.




Das Monster im Kopf


Nach einem Unfall ist das klar. Es stellt sich bis zur Verarbeitung ein Trauma ein. Das macht sich gerne mal in Form einer Blockade bemerkbar. Obwohl wir genau wissen “ich kann es” trauen wir uns nicht mehr es zu tun. Wir können es einfach nicht mehr. Neurowissenschaftler und Psychologen können das bestimmt gut erklären, was da genau in uns vorgeht. Ich kann da nur meine Erfahrung schildern. In meinem Fall ist ja gar kein Unfall passiert. Es ist alles gut gegangen. Kein Kratzer, kein sichtbarer Schaden, keine physischen Verletzungen. Aber genau das macht es für mich so “mindbuggling”. Mir hat sich der Gedanke in den Kopf gebohrt “was hätte da noch alles passieren können?” Wie wäre das ganze ausgegangen, wenn nur ein kleines Detail anders gelaufen wäre? Hätte ich den Retter noch rechtzeitig gezogen? Hätte ich da überhaupt noch dran gedacht und hätte ich die geschwundene Höhe noch realisiert? Irgendwie ist diese Art von Trauma speziell, ich kann hier kein richtiges Problem und keine greifbare Konsequenz aus einem Fehler ziehen, weil es ja keine gab. Ich kann mir sie nur ausmalen. Und das ist mein Monster im Kopf. Eine Blockade durch die eigene Vorstellungskraft. Um das wieder in den Griff zu kriegen, heißt es, wie immer, wieder rauf auf’s Pferd. Das ist ein besonders hartes Learning aus der Lebensschule Acrofliegen. Aber es muss wohl gemacht werden. Deshalb bin ich nach vielen phsychisch anstrengenden Acrosessions über Grund in den letzten Monaten gerade auf dem Weg an den Gardasee, hoch motiviert und voller Hoffnung, dort die Rahmenbedingungen zu finden, unter denen ich meine Sicherheit zurückgewinnen kann.



Während ich diesen Blogeintrag geschrieben habe ist mir aufgefallen wie riiiießig das Thema Acrofliegen ist. Ich kratze hier eigentlich nur an der Oberfläche - dabei liese sich hierüber ein ganzes Buch schreiben. Deshalb muss ich hier zum Punkt kommen. Aber wenn du noch mehr sehen möchtest, dann folge mir doch auf Instagram unter adventureswithfabi.

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